Torsten Kluge / 1. Juni 2016

Buntes Fest mit blauen Tupfern

Nichts ist schöner als das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Noch dazu, wenn der Kinder- und Jugendstadtrat Radeberg zum (Vor-)Kindertagsfest einlädt und meine Jungs genau in dem richtigen Alter für so was sind. Das erste, was die beiden dann auch ausgiebig in Beschlag nahmen, war die große Hüpfburg, die Anziehungspunkt für ganze Horden von „kleinen Geistern“ war. Das ließ mir genügend Zeit mit den Veranstaltern ins Gespräch zu kommen. Zu finden waren sie ja ganz leicht, denn die hellblauen T-Shirts und deren Träger wuselten an jeder Ecke des großen EDEKA-Platzes herum. Hier schminkten zwei jugendliche Mädchen, da schenkte einer große Fassbrause aus, dort befasste sich ein 13-Jähriger mit der Technik.

Fast wie ein verkaufsoffener Sonntag

Auf der Bühne wurde gerade fleißig mit allerlei exotischen Instrumenten hantiert. Kinder, die wollten, konnten sich da selbst ausprobieren. So wie an jeder anderen Ecke des bunt eingerichteten Festes. Und wer beim Probieren und einer gnadenlos einheizenden Sonne dann doch zu sehr ins Schwitzen gekommen war, begab sich zu schattigen Terrassen und Vorräumen des Einkaufszentrums. Fast wie bei einem verkaufsoffenen Sonntag waren die nicht verschlossen – im Gegenteil: Bäcker und Einkaufsmarkt hatten sich extra ins Zeug gelegt und boten nicht nur Speisen und Getränke an, sondern halfen tatkräftig mit bei der Programmgestaltung von Hüpfburg-Betreuung bis Torwandschieß-Animation.

„Chef“ gefunden

„Ach da ist er ja“, dachte ich beim Blick in die Runde, als ich schließlich Max erblickte. Wer das ist? Na, der Vorsitzende vom KJSR … und ein bisschen konnte man das auch erkennen, wenn er gerade nicht in irgendeiner Kindergruppe „untergetaucht“ war. Laptop in der Hand, von einem zum anderen seiner Ratsmitglieder laufend und Absprachen treffend. So wie sich das für einen „Chef“ 😉 gehört. Da hängt schon einiges dran, so ein Fest auf die Beine zu stellen und neben vielen helfenden Händen bedarf es auch jemandes, der die „Fäden zusammen hält“. Und das ist Max.

„Läuft gut“, sagt er kurz. Im Vorfeld hatte nicht alles so reibungslos geklappt. Partner für Programmpunkte sind abgesprungen, neue Helfer mussten also gefunden werden. Und ein bisschen Verärgertheit steht Max schon noch ins Gesicht geschrieben, als er auf die freie Ecke des Parkplatzes zeigt. Dort sollte eigentlich die Feuerwehr mit Geräten am Start sein, aber trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zum Festgelände kam die Absage. Aber zum Glück wissen das die Gäste ja nicht ;-). Die Jugendlichen haben es schnell gelernt zu improvisieren und so eine Veranstaltung kriegen die drei Handvoll Schüler und Azubis gut „gerockt“ – mein vollster Respekt, denn ich hätte da mit Blick auf meine Jugendzeit viel mehr Probleme gehabt!

Auf der Suche nach Wünschen und Ideen

Zum Schluss schaue ich mir noch eine große Fläche an, auf der Pappschilder liegen und Stifte und Kreide. Unmissverständlich ist das eine Umfrage, denn auf den Pappschildern stehen so Sachen wie „Was fehlt dir in Radeberg?“ oder „Wie stellst du dir Radeberg 2031 vor?“. Und ich erinnerte mich an meinen ersten Besuch im April beim KJSR. Denn so aufregend wie es ist, ein Kinderfest zu organisieren … viel lieber, so erzählten es mir die Mädchen und Jungen damals, wäre den Jugendräten, es würden Impulse von den Radebergern in ihrem Alter kommen. „Wir wollen gern etwas für die Interessen der Kinder und Jugendlichen hier tun“, sagten sie, „aber dazu müssen diese den Mut aufbringen, auch Sachen anzusprechen, welche dem einen oder anderen auf der Seele brennen!“ Da soll in letzter Zeit nicht soviel gekommen sein :-(.

Am Ende meines Blogs also auch noch ein Aufruf von mir:

Alle Teenager, die in der glücklichen Situation sind, einen Kinder- und Jugendrat in ihrem Heimatort zu haben … geht auf die Engagierten zu, zeigt keine Scheu, Dinge zu äußern, die ihr für euren Ort verändert haben möchtet! Nutzt die Chance, mitzumachen, mitzureden und mit zu gestalten! Eure Meinung ist wichtig!

Und liebe Leute vom Kinder- und Jugendstadtrat Radeberg: (Ich habe meine beiden Jungs satt und zufrieden vom Fest geleitet;-)). Danke und macht weiter so ;-)!

Euer Torsten

 

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