Torsten Kluge / 22. Mai 2015

Drohnen können nicht stechen

Beim ersten Besuch: Ein Ausflug in die Welt der Bienen und deren junger „Beschützer“

Jungimker auf Tour

Jungimker auf Tour

Da summt und brummt es und man kann die Einflugschneise der fleißigen Immen zu ihrem Bienenstock erkennen. Es geht zu wie auf einem überfüllten Flughafen.

Ich gebe zu, dass ich nicht gedacht hätte, dass die Bienen so friedlich bleiben, wenn 12 Kinder und 3 Erwachsene sich an deren Behausung auf ein, zwei Meter nähern. Aber alles bleibt stichfrei!

Als Highlight zeigt uns die Seniorin Frau Reppe vom Imkerverein Oberlichtenau noch die Aufzuchtwaben für Königinnen und Drohnen – und nicht nur das: auf einmal haben alle eine frisch geschlüpfte Biene auf der Hand. „Das sind Drohnen – die können nicht stechen!“, erklärt mir zeitgleich einer der Jungs von den jungen Imkern schon ganz erfahren und freut sich über meinen ängstlichen Gesichtsausdruck…

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Verwirrte Drohne

Eigentlich sollte es am 21. Mai nur ein erster Projektbesuch zum Jungimkerunterschlupf im beschaulichen Westlausitzer Dörfchen Oberlichtenau werden, so mit Nachfragen, obs noch Fragen gibt ;-), so mit Gruppe kennen lernen und vor allem so mit Ort begutachten, auf dem in 3 bis 4 Monaten eine schmucke kleine Finnhütte stehen soll. Die ist bei so einem Hobby wie der Bienenzüchterei echt von Vorteil. Ganz viel findet draußen statt und man ist den schwirrenden „Schützlingen“ auch bei schlechtem Wetter ganz nah.

Immerhin besteht die AG Jungimker (die einzige weit und breit) aus bis 15 Kindern im Alter von 8 bis 11 Jahren. Die Jüngsten werkeln und üben schon  mit 7. So bunt gemischt wie die Gruppe, so „schwirrig“ geht es auch an einem solchen AG-Treff-Nachmittag zu. Dabei werden die Aufgaben nicht vergessen, bei der der Unterstand nur eine von vielen ist. Und so kam am letzten Donnerstag vieles anders…

"Blumige" Jungimker

„Blumige“ Jungimker

Natürlich braucht so eine junge Truppe Unterstützung – alles geht da noch nicht allein. Aber erwachsene Helfer finden sich immer im Oberlichtenauer Imkerverein, der beachtlicher Weise weit über 40 Mitglieder (ein daher auch ein Vielfaches an Bienenvölkern ;-)) hat. Nächste Ansprechpartnerin ist da Verena Naumann – nebenbei Mutti von zwei Jungs in der AG. Und „nebenbei“ sind da noch viele Muttis und Vatis, die ihre Jungs und Mädels an das Hobby der Imkerei heranführen. Und das ist echt spannend…

Wir haben in zwei Stunden 2 Blindschleichen, 5 Honigbienenvölker, bis zu 6 Insektenarten am gerade zu bauenden Insektenhotel, 10 freundlich grüßende Nachbarn und geschätzte 3 Millionen blühende Blumen gesehen – die brauchts schließlich auch als Futterquelle für die geflügelten Honigproduzenten. Und nach den Blütenarten richtet sich auch der Geschmack des Honigs – nicht unbedingt die Farbe, auch wenn Jungimker Erik seine Enttäuschung nicht verbergen konnte, als er erfuhr, dass aus Kornblumen kein blauer Honig wird.

Ablenkung bei der Lehm-Beschaffung

Ablenkung bei der Lehm-Beschaffung

Ach ja: Lehm wurde noch gesammelt an einer alten Fachwerkhaus-Ruine. „Den nehmen wir fürs Insektenhotel“, so der 11-jährige Wittiko. Vielleicht wird es ja auch dekoratives Element für den Unterstand der Kinder. Der ist in Planung. Erst einmal muss aber der Tischler aus dem Nachbarort das Holz dafür vorbereiten. Dann geht’s los … hoffentlich schon im Juni mit Ausschachten, Holz behandeln und Zimmern und Hämmern. Da wollen die Kids ganz viel allein hinkriegen. Eins ist jedenfalls sicher…

Bis dahin wird es in Oberlichtenau nicht langweilig!

Euer Torsten

(Regio.-Berater in der Oberlausitz)

…und…P.S. …

...hier soll die Hütte hin

…hier soll die Hütte hin