Torsten Kluge / 28. Mai 2015

Ein Mosaik der ... Menschen!

Ein erster Projektbesuch beim „Mosaik der Wünsche“ am 22. Mai

 

Warum kleben die Leute da eigentlich Tapete auf Malerflies – dazu noch mit der Rückseite nach oben?! Das war mir nicht gleich so klar, als ich das erste Mal in den großen Treffraum des MOSAIKA e.V. eintrat.

Tapete: hä?!

Tapete: hä?!

In jeder Ecke Kinder und jugendliche Mädchen und Jungen. Die einen beim Tischtennis spielen, die anderen beim Rutschen, die nächsten beim Quatschen auf der Eckcouch am Rand des Raumes. Mittendrin ein paar russische Seniorinnen auf einer improvisierten Tisch-Stuhl-Gruppe, die gemütlich … ich weiß nicht was genau … nähten und sich sichtlich wohl fühlten zwischen der ganzen Jugend-Schar. Viele Stimmen, viele Sprachen, viele Kulturen, die hier durch den Raum schwirrten. Zwischendrin deutsche Stimmen von den Schülerinnen und Schülern des Bischofswerdaer Gymnasiums, die sich nicht zum ersten Mal stark machen für ihre Stadt, für die Menschen, die darin wohnen und natürlich auch für die neuen Einwohner des Stadtteils Süd. Der ist oft außen vor, wenn es um die Perspektive Bischofswerdas geht. Dementsprechend gibt es auch wenige Angebote für junge Menschen. Wenn diese dann aus der Ferne kommen – als russische Spätaussiedler oder als Asylsuchende – ist das doppelt schwierig, Zugang zu der fremden und jetzt doch so nahen deutschen Kultur zu finden.

Der Plan für heute

Der Plan für heute

Jeden Freitag Abend treffen sich jetzt zwischen 20 und 50 Kinder und Jugendliche in der so genannten „Schiebock-Passage“ und sind froh, neue Kontakte zu knüpfen, vieles auszuprobieren, die deutsche Sprache zu erproben und ein herzliches Willkommen zu erfahren.

Als ich mit meinen Jungs die Passage gegen 20.15 Uhr verlasse, müssen wir durch die Hinterräume der Pizzeria – alle anderen Läden haben schon geschlossen. So lange wollte ich gar nicht bleiben … aber es hat einfach Spaß gemacht, mit den engagierten Muttis im Hintergrund zu sprechen, welche seit Januar extra einen Verein (MOSAIKA) gegründet haben, um mehr zu tun für eine Nachbarschaft, welche nicht ein Aneinander-Vorbei-Leben sein soll. Sprachbarrieren spielen da keine Rolle. … und es hat Spaß gemacht, die Herzlichkeit zu erfahren, mit dem alle hier „Fremde“ aufnehmen (so auch mich und meine zwei kleinen Söhne: ach ja, die wollten auch nicht weg ;-)). Dabei ist es selbstverständlich, dass jede(r) mit anfasst und jede(r) mitmacht bei dem, was gerade an Programm angeboten wird – ob nun 6 Jahre oder 16 (oder 39 :-)). …und es hat Spaß gemacht, mal so richtig mit in Matsch (Kleister und Farbe) zu tatschen und auf den Tapetenbahnen Bilder entstehen zu lassen. Jeder, wie er es für richtig hält und von daher ganz individuell.

Matsch...

Matsch…

Eins steht fest: ich komme gern wieder! … und bestimmt für mehr als (nur) einen zweiten beratenden Besuch.

 

Euer Torsten aus der Oberlausitz

 

 

 

 

 

 

 

 

... schicker "Matsch"

… schicker „Matsch“