Torsten Kluge / 24. Juni 2017

Frodo wäre heute ein Pfadfinder!

Räumen wir zuerst einmal mit einem Klischee auf: Pulsnitz – das sind nicht nur Pfefferkuchen oder diejenigen, die solche (übrigens sehr lecker) herstellen!

 

 

 

 

 

 

 

 

Pulsnitz – das ist unter anderem auch „DIE WILDE FREIHEIT“! Wenn man die erst einmal gefunden hat, eröffnet sich einem eine ganze neue Welt. Ich könnte  mir gut vorstellen, dass sich in euren Köpfen jetzt unterschiedlichste Filme abspielen in Bezug auf „wild“ und „frei“ … also lasse ich es in euch mal wirken und mache 5 Fotos später weiter…

Für die Pulsnitzer Pfadfinder  vom Stamm der Royal Rangers verbindet sich die „wilde Freiheit“ mit ihrem Domizil, welches sie einer ehemals heruntergekommenen Gartenanlage seit 3 Jahren Stück für Stück abgewinnen. Frei ist dabei jedes Team, egal ob „Wildkatzen“, „Polarfüchse“, „Wildschweine“ oder „Rothirsche“, wenn es darum geht, das eigene Quartier einzurichten. Buddeln, Holz aufschichten, Schaukeln bauen, Öfen und Wasserspeicher aus Naturmaterial kreiieren, Sitzecken und Tische konstruieren – alles Marke Eigenbau und mit einer ganz eigenen Note versehen. Wild ist der „Haufen“ der Jungen und Mädchen auch, wenn man mal das Alter so durchgeht. Da gibt es die 8-jährigen Neulinge im Team, genauso wie 12-jährige „alte Hasen“ oder 18-jährige Teamleiter.

Ich komme gerade zum Einstiegsritual: per Horn werden alle an den Versammlungsplatz gerufen, es wird gesungen, gebetet, es werden Pläne gemacht und Aufgaben verteilt. Und es gibt so lustige Beifallsbekundungen mit noch lustigeren Gesten, die Tieren nachempfunden werden und bei denen die Jüngsten im Erfinden selbiger wahre Meister sind.

Dann geht’s an die Arbeit. Die ist es wirklich, auch wenn es allen sichtlich Freude zu machen scheint, Äste und Blattwerk zusammen zu suchen, Kisten fürs anstehende Camp vorzubereiten, Holzfiguren zu schnitzen und Verbindestrick (hier läuft nix mit Nägeln oder Schrauben) zurecht zu schneiden.

Ich springe zwischen fotografieren und Stämme ins Lager bringen hin und her (sogar der alte Pulsnitzer Maibaum findet Verwendung), begleitet vom Geheul des Teams der „Wölfe“ 😉 und fühl mich fast schon „einge-rangert“ – was auch nicht schwer wäre, da jeder zu den Rangers kommen kann, der möchte. Na gut, alterstechnisch würde ich aus den Teams rausfallen, aber auch die erwachsenen Begleiter fallen zwischen den agilen Kids und im Wirrwarr der vielen Büsche und Gelände-Highlights wie Waschstraße, Solar- und Windanlagen, Brunnen und Öfen u.s.w. gar nicht auf. Jeder findet hier seine „Freiheit“ im Herzen der wilden Natur. Und auch wenn heute eine Kanu selbst gebaut werden soll, finden die Kinder im Gelände genug interessante Dinge, die damit nix zu tun haben. Aber wer weiß – Quartier-Deko kanns nie genug geben ;-).

Mmh…warum war ich eigentlich heute hier???

Fast vergessen bei den vielen neuen Eindrücken. Aber da war ja noch die Sache mit den Hobbits. Nee, mit deren Behausung. Ja, da war die coole Idee, eine Hobbit-Höhle zu bauen, die die „Hoch-vom-Sofa“-Jugendjury so begeistert hat, dass das Projekt 2017 gefördert wird.

Zentral im Gelände steht ein Gerüst in einer Erdgrube, das mir schon am Anfang aufgefallen ist und welches mir Jakob (im realen Leben übrigens angehender Informatiker :-0) nach einem intensiven Rundgang als letztes präsentiert. Hier soll sie entstehen und auch wenn erst einmal nur der Rohbau zu erkennen ist, reicht meine Phantasie, mir Wände, Fenster, Tür und ein bemoostes Dach so vorzustellen, so dass ich eine echte Hobbithöhle betrete. „Das schwierigste wird es werden, die Seitenwände so zu stützen, dass sie nicht einbrechen“, weiß Jakob. Und ich glaube ihm, als ich mir die Dimension der Hobbithöhle in spe genauer betrachte. Ob Frodos Family vor ähnlichen Problemen gestanden hat? Wahrscheinlich! Und wahrscheinlich hatte diese auch so viele fleißige Helfer am Start wie die Rangers. Ganz ohne Fachwissen wird es dadurch nicht gehen. Man erzählt mir, dass unter den Royal Rangers auch Zimmermänner in Ausbildung sind. Na das passt doch!

Die Sommerferien kommen wie gerufen. Da soll noch viel passieren. Aber so wie ich die Rangers kennen gelernt habe, wird da im Herbst noch ganz viel feingetunt und jeder wird ein Stück hinzufügen. So wie im gesamten Areal mit viel Liebe zum Detail eine Welt entstanden ist, die Herr Tolkien bestimmt als Buchinspiration genommen hätte. Der lebt leider nicht mehr :-(. Sonst wäre Frodo jetzt Mitglied im Pfadfinder-Stamm und Baumbart würde Pulsnitz ork-frei halten :-))).

 

Au Mann – ich bin so gespannt auf September! … und freue mich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

auf meinen zweiten Besuch bei den Royal Rangers Pulsnitz!

Euer Torsten