Torsten Kluge / 19. Mai 2016

In der guten Stube :-)!

vorher...

vorher…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ja irgendwie ist das komisch: da haben 5 Mädchen eine klasse Idee, legen sich so richtig ins Zeug, schreiben im jugendlichen Alter von 16 bis 17 Jahren einen Antrag bei Hoch vom Sofa, diskutieren mit Erwachsenen, holen die Stadtverwaltung mit ins Boot und dann … kommt alles ganz anders!

Ist das nun gut oder schlecht? Die meisten von uns wissen, warum zur Zeit viel weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen als noch Woche für Woche 2015. Da wurden Asylbewerberheime und Notunterkünfte geplant und einzelnen Kommunen zugeordnet. Das sollte ab Mitte 2016 auch für Lauta zutreffen. Aber seit Ende April ist klar. Es wird (vorerst?) kein Asylbewerberheim in der Stadt geben. Der Vertrag ist gekündigt und das ehemalige Firmengebäude wird anderweitig nutzbar gemacht.

Noch zu Anfang des Jahres hatten die jugendlichen Frauen in enger Abstimmung mit einem neu gegründeten Bündnis für Willkommenskultur überlegt, wie man selbige zufriedenstellend für alle Beteiligten initiieren kann. Ein Gemeinschaftsraum im Heim, kreative Projekte, auf jeden Fall viel, viel Aufeinander zu gehen sollte es geben. Jetzt muss umgedacht werden.

Was bleibt ist in jedem Fall das Bündnis, welches sich unter anderem weiter mit Kleiderspenden für Asylbewerberheime in anderen Orten des Hoyerswerdaer Raums beschäftigt. Was bleibt ist auch der Wille von Antonia und ihren Freundinnen, sozial engagiert „Hoch vom Sofa“ zu kommen und möglichst andere in der Kommune mit zu ziehen.

Da gäbe es vieles, was man auch ohne Asyl-Thematik im Ort verändern könnte. Speziell für Jugendliche ist es hier schwierig, geeignete Freizeitangebote zu finden. Das Jugendhaus im südlichen Stadtteil zum Beispiel ist viel zu wenigen Lautaer jungen Menschen bekannt und könnte mehr Pep gebrauchen – aber das ist ein anderes Thema und die Hoch vom Sofa – Jugendjury hat schließlich die Projektidee rund ums Asylbewerberheim bewertet und für förderfähig befunden. Das ist ziemlich bindend. Muss die Gruppe jetzt die Gelder zurück geben? Vielleicht ja … eine Entscheidung werden die taffen Gymnasiastinnen Mitte Juni treffen. Bis dahin wollen sie schauen, ob es machbar ist, mal nach Hoyerswerda zu schauen und eventuell im dortigen Asylbewerberheim mit der guten Projektidee zu kooperieren. Vielleicht kann man ja für die Geflüchteten Aktionen in Lauta machen? Letztendlich ist dann die Frage, ob sie erwachsene Initiativen finden, die ihnen diesbezüglich helfen. Denn das ist sonst schon allein aus Mobilitätsgründen eine viel schwierigere Geschichte.

Egal wie es endet – die Gruppe wird sich weiter dafür einsetzen, dass ein gutes Miteinander im Wohnort herrscht. Auch wenn der vielleicht nach dem Abitur nicht Lauta heißt ;-).

Wir haben da in unserer kleinen Runde am letzten Donnerstag schon viel in die Zukunft geschaut. Klar ist es spannend, wie es nach dem Abi weiter geht. Antonia zum Beispiel würde schon gern einmal die große, weite Welt entdecken!

Ich jedenfalls bin mir sicher, dass die jungen Frauen ihren Weg gehen werden! Auf die Freundinnen können sie sich da genau so verlassen wie auf die Eltern. Antonias Mama und Papa haben sogar für zwei Stunden ihre gute Stube „geräumt“, damit wir einen guten Platz zum Plaudern haben :-))). Gelebte Gastfreundschaft!!! für einen „Südländer“ wie mich (ich wohne ca. 50 km südlich von Lauta)… und das passt doch  schon wieder ziemlich gut zur ursprünglichen Projektidee, oder ;-)?

Viele Grüße

Euer Torsten

...nachher :-)

…nachher 🙂