Torsten Kluge / 29. Mai 2017

Kabelfehler im Raspery

 

Manchmal steckt der Fehler im Detail und sorgt für ordentlich Kommunikationsprobleme. Nein, keine Angst! In dem kleinen Ort Quatitz, nicht weit vom bekannten Saurierpark, stimmt alles zwischen den engagierten Jugendlichen … und auch die begleitenden Sozialarbeiter Ron und Petzi sind nicht Auslöser eines „Beziehungsproblems“ ;-). Die Angelegenheit ging wirklich nur die Technik an, mit der sich der „kleine Computer-Club“ intensivst beschäftigt. Im letzten Jahr war es das Ziel, einen Mini-Computer selbst zusammen zu bauen – das heißt elektronische Kleinteile so zu verkabeln, verschrauben, verkleben, verlöten etc., dass diese im Gehäuse eines alten Gameboys eine spieletaugliche Anwendung finden. Aber erst im Januar kam durch viel Probieren heraus, dass eine Verbindungskabel hersteller-technisch falsch gepolt war. Jetzt läuft die Mini-Maschine und alle gehen nun hochmotiviert an die Endmontage des in Fachsprache „Raspery“ genannten Zocker-Zwerges.

Für das mittlerweile zum Profile aufgestiegene Projekt der bis zu elf Jugendlichen ist das aber nur ein kleiner Teil des 2017er Vorhabens. Schließlich geht es den Jungen aus dem Großdubrauer Raum (inklusive Interessenten aus dem Bautzener Oberland) darum, ihr zeitaktuelles Hobby langfristig zu etablieren. Auch wenn der Raum mit Hilfe mobiler Jugendarbeiter für die nächsten Monate und vielleicht Jahre sicher scheint, würde die Gruppe gern an einer Reihe von LAN-Partys feilen und natürlich mit weiteren Interessierten in Kontakt kommen. Und zu lernen gibt es ja auch noch viel: „Selbst Spiele oder ähnliches programmieren, das wär´s!!!“, meint Lorenz, einer der Master-Minds, wenn es darum geht, genauer hinter der Möglichkeiten der digitalen Technik zu schauen. Jeder hat hier so seine Talente – und so gibt es vom Elektronik-Profi über den Lötpunkt-Perfektionisten bis hin zum Gamer-Virtuosen alles, was für eine Computer-Gang notwendig ist. Und was man noch nicht kann, lässt Spielraum zum Lernen. Idee ist es zum Beispiel, den neu in Bautzen geschaffenen FAP-Bus nach Quatitz zu holen, sozusagen eine multimediale Mobileinheit, in der man sich über alles bis hin zur 3D-Drucktechik informieren und dieses natürlich ausprobieren kann.

Um die ganzen Ideen und Ziele in eine Reihenfolge zu bringen und die dazu notwendigen Kosten zu kalkulieren, gab es am letzten Samstag den Starter-Workshop in Sachen Projektmanagement. Moderiert durch Ines und mich konnten die Jungs einmal das nächste halbe Jahr in Planung nehmen. Auch das gehört dazu. Man muss dabei nicht ein Verwaltungsfachmann sein, aber Theoretisches war dann schon zu bearbeiten. Für hochmotivierte Jugendliche eine Sache, die in 2 Stunden erledigt war. Das ließ dann noch Zeit zum Basteln – yes! Mit dem Scheck über 1000,- €, der an diesem frühen Nachmittag von Ines in die Hände der „Profiles“ überging, sprudeln nun noch sorgenfreier immer neue Inspirationen zum kleinen „Gameboy-Liebling“. Auch wenn Ines und mich hierbei persönlich die Talente verlassen: beeindruckend ist es schon, mit wie viel Feintuning und Akribie Leben in Technik eingehaucht wird. Gibt einem so das Gefühl, sich in einer Zeitreise in die Garagen der 70er-Jahre-IT-Genies aus Silikon-Valley gebeamt zu haben. Und wer weiß, … ;-)!

Viel Erfolg wünschen

Eure Ines und Euer Torsten