Torsten Kluge / 8. Mai 2018

Sebnitzer Graffiti-Welt profil(e)iert sich ins 2.0

 

 

 

 

 

Na das geht ja gut los: schwere Diskussionen, als ich die Tür zum Raum der profile-Projektgruppe „Was läuft so?!“ in Sebnitz öffne: „wer macht das?“, „wer kann zum öffentlichkeitswirksamen Schulfest?“, „wo kriegen wir weitere Mitsprayer her?“, „wie schaffen wir es, dass zu den Treffen alle können?“, „wie frei dürfen wir unsere Bild-Themen wählen?“. So viele Fragen wirbeln mir um die Ohren, dass ich mich frage, ob die Jungs und Mädel mich überhaupt für einen Auftaktworkshop brauchen.

Aber letztendlich war ich wohl doch zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Neben der ehrlichen Wiedersehensfreude war mein objektiver Blick auf die Sache sehr erwünscht und den organisatorischen Teil im Fragenpool, zumindest bezüglich Hoch vom Sofa und den zur Verfügung stehenden Mitteln aus dem Sächsischen Sozialministerium, konnte ich auch (hoffentlich voll verständlich) schnell beantworten.

Länger dauerte der Rückblick aufs letzte Jahr. Nicht alles lief rund, was bei einer so kleinen Gruppe von 4 engagierten Jugendlichen auch nicht zu erwarten war. Verteilte sich die Arbeit neben dem Spaß ja auch nur auf 4 Schultern (+ 4 erwachsene, helfende Arme ;-)). Nie empfand ich es als so wichtig wie hier, den Blick noch einmal zurück zu werfen und aus einigem zeitlichen Abstand heraus alles Revue passieren zu lassen.

Das Schöne am Sebnitzer Projekt: das, was geschaffen wurde, sieht man jetzt eindeutig in den Ecken und an den Wänden der Stadt. am KIEZ, an der Kreutzstraße, im Treff der Aktion Zivilcourage selbst. Da sehe ich schon Stolz glänzen in den Augen der Beteiligten und spüre die Motivation für die diesjährige Zweitauflage…noch selbstständiger, noch freier in der Gestaltung und bestenfalls mit noch mehr Mitstreiterinnen. Ein „Neuer“ sitzt mit Cornelius schon in der Runde – so wie ein ruhender Pol im emotional geführten Gesprächskreis. Ich glaube, er tut der Gruppe schon gut, ohne dass es dieses Jahr schon praktisch geworden wäre.

Ziele zu finden und vor allem zu formulieren ist nicht ganz so einfach. Nach dem Rückblick sitze ich nun moderierend komplett „gruppenintegriert“ neben einem Flipchart und gebe kleine Tipps, wenn es an einem kompletten Satz hapert. Am Ende zählt aber der Inhalt und das braucht dann mein Zutun nicht. Oder doch?

Ich versuche den Jugendlichen zu erklären, dass die vielen Ideen nicht gleichzeitig umgesetzt werden können und komme mit einem meiner Lieblingssätze im Projektmanagement: „Oft ist weniger ist mehr!“

Ich bin froh, das zweite Jahr die Sebnitzer Projektgruppe begleiten zu dürfen, denn nach unserem gemeinsamen Nachmittag habe ich das Gefühl, dass „Was läuft so?! 2.0“ keine Eintags… äh… „Einjahresfliege“ werden wird. Ein gutes Gefühl!

Viele Grüße

Euer Torsten