Georg Spindler / 31. Juli 2017

...und am Ende der Straße steht ein Haus am Fluss

Kurzer Blick aufs Handy, ach stimmt, wir treffen uns gar nicht am Bahnhof. Dort sollte das Baumhaus ursprünglich entstehen. Stattdessen treffen wir uns am Archehof, unweit vom Kloster Buch. Kloster Buch in Klosterbuch, witzig! Und ziemlich bekannt in Mittelsachsen, denn regelmäßig tobt hier der Bauernmarkt. „Or, das ist schön dorte!“ bekomme ich zu hören, als ich erzähle, wo ich hin will. Werde aber auch bisschen verunsichert: „Na mal sehen, ob du so einfach in den Ort reinkommst, dorte wird doch gerade an der Muldenbrücke gebaut.“

Wie sich herausstellt, wird zwar an der Brücke gebaut, aber die Brücke selbst ist in Takt. Die Bauarbeiten sind außerdem voll sinnvoll, es geht um den Hochwasserschutz. Die Jahrhundertflut von 2002 und einige weitere Fluten hatten das Kloster und den Archehof und vieles mehr so richtig schlimm erwischt, dann wurde alles wieder aufgebaut, ein kleines Wunder, wenn man sich die Fotos von den Flutkatastrophen mal ansieht. Es scheint, dass in Klosterbuch gar nicht auf dem Sofa gesessen wird. Die Menschen hier ziehen voll durch, halten zusammen, helfen sich, so viel ist klar und in dieser Tradition steht das „Hoch vom Sofa!“ Projekt.

Dominik gibt mir eine Einführung in die anderen Projekte, die hier laufen. Verschiedene Tiere, aber auch Menschen werden gastfreundlich aufgenommen im Archehof, darunter auch unbegleitete, minderjährige Geflüchtete aus den Krisengebieten dieser Welt. Gemeinsam will man ein Baumhaus bauen, um miteinander und voneinander zu lernen. Deutsche und ausländische Jugendliche werden gemeinsam hier an der Mulde, in der Nähe vom neuen Hochwasserschutzdamm, die Holzkonstruktion zwischen drei Bäume klemmen. Wohlgemerkt KLEMMEN und nicht mit Bolzen oder Schrauben verankern, denn man will die Bäume nicht beschädigen. Das ist vorbildlich und damit das gelingt, arbeiten die Jugendlichen mit Profis aus dem Bereich Bau und Statik zusammen.

Neben diesen Absprachen wird derzeit das ganze Material organisiert. Und ein absolutes Ding wäre es, wenn sie mittels ausgefuchster Rampenkonstruktion das Baumhaus tatsächlich barrierefrei hinbekommen. Anfang August sollen jedenfalls die Bauarbeiten vor traumhafter Kulisse am Fluss beginnen und ich werde weiter berichten.

Der Archehof! Und wenn man noch ein paar Meter weiter ortsauswärts geht…

…dann findet man diese traumhafte Stelle an der Mulde, wo das Baumhaus entstehen wird. Dominik zeigt ab welcher Höhe.

Hier wird noch skizziert und gemalt…

…aber bald werden alle zusammen den Traum vom eigenen Baumhaus verwirklichen (inklusive Haustier).