Torsten Kluge / 29. Mai 2017

Wie gestaltet man ein Jugend-Café?: Zittauer Anleitung von A bis X

   

…wie fliegen 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch der überdimensionale Stuhl am Straßenrand macht Laune auf die Stadt im südöstlichsten Zipfel Deutschlands.

zum setzen bitte Leiter mitbringen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dass junge Zittauer sich ebenso in die Belange der Stadt einmischen möchten, zeigt das „Hoch vom Sofa“-Projekt CAFÉ X, unmittelbar angrenzend in einer Seitenstraße des schicken Marktes.

Ein optimaler Platz, viel besser, als der, der noch vor einem knappen Jahr zur Wahl stand (ein altes Gasthaus mit großem Sanierungsbedarf) – der war weit weg vom Schuss! – meint auch Lena, meine „Haupt-Reisebegleiterin“ am Tag meines Besuchs. Und sie nennt weitere Vorteile der kleinen ehemaligen Ladenzeile mit zwei großen Gewölberäumen: mietfrei (dank der netten Unterstützung durch die Wohnungsgesellschaft), kurze Entfernungen zu „ihrem“ Gymnasium und den 3 Oberschulen (und sie streckt ihre Arme sternenförmig in 4 Richtungen) und gut sicht- bzw. einsehbar durch das Schaufenster, in dem es noch etwas kahl aussieht (was sich aber bald ändern soll).

nicht nur reinschauen, sondern auch reinkommen sollen hier Jugendliche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Planung, wie die Räume demnächst aussehen, ist noch in vollem Gange und wird sichtlich erschwert durch die große Zahl an gespendeten Möbeln und Spielgeräten, welche den größeren der beiden Räume füllen. Mit soviel Unterstützung aus der Bevölkerung hatten nur wenige gerechnet. Die Qual der Wahl sorgt aber auch dafür, sich für die besterhaltendsten, praktischsten und im Idealfall jugendgemäßesten Stücke zu entscheiden.

noch Lagerraum, bald Wohlfühlecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich unterbreche Lena gerade beim Einsprühen und Schrubben einer Couchgarnitur. Unglücklich über die Pause scheint sie nicht, da der Kampf um die Couch verloren scheint. Das fast antike Kleinod hat wahrscheinlich schon zu viel miterlebt und das äußert sich vor allem über einen „exotischen“ Geruch, der leider nicht mehr heraus zu locken geht :-(. Dafür gibt es aber eine Reihe anderer Café X – Möbel der Zukunft, die es dauerhaft in den Treffpunkt schaffen werden … jeder der nach und nach einrückenden Mädchen und Jungen scheint insgeheim oder offensichtlich seinen Favoriten zu haben.

Ja, es soll noch einiges passieren und die Gruppe hofft auf neugierige Altersgenossen, die dazu beitragen, dass das Café X Anziehungspunkt, Veranstaltungsort, aber vor allem Treffpunkt nach der Schule wird. Jeder kann da seine Ideen einbringen oder einfach so mitwerkeln – egal, aus welcher Schule er oder sie kommt. In meiner Besuchsrunde hier sind es fast ausschließlich Gymnasiasten. Das soll auf keinen Fall so bleiben. Daher steht auch eine Eröffnungsfeier im Juni auf dem Plan, um mehr Öffentlichkeit zu erzeugen.

Planungsrunde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mitmachen kann man aber schon eher: das beweist der Aufsteller im Schaufenster und die schwer beschäftigten Küchenbauer im Nachbarraum. Mit einem Workshop unter Anleitung eines Holzgestalters nimmt die Küchen-Bar-Kombination Gestalt an. Dabei wird die (natürlich gespendete ;-)) Küchenzeile in ein Gerüst aus Paletten eingekleidet und ich bin gespannt, wie das dann fertig und dezent beleuchtet aussieht.

Bar muss!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin auf vieles gespannt: auf die Aktionen, auf die Wirkung dieses Treff-„Experiments“ bei den 12- bis 18-Jährigen Zittauern, auf die zukünftigen Ideen der engagierten Schüler und Schülerinnen und na klar: auf den Chill-Effekt, denn was wäre ein Café ohne diesen 🙂 …

…und freue mich schon auf meinen zweiten Besuch!!!

Euer Torsten