4. Dezember 2019

Wo wohnst du eigentlich? - Steinitz startet Neuanfang

Steinitz – der Ort liegt nicht gerade zentral im Landkreis Bautzen und man muss schon ein paar „Kurven“ fahren, um letztendlich in dem schönen Fleckchen Erde heraus zu kommen, welches der Kommune Lohsa als Ortsteil zuzuordnen ist. Um so schöner für einen Jugendsozialarbeiter, wenn sich dann eine große Fläche auftut mit Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten oder zum Feiern von Outdoor-Veranstaltungen. Mittendrin ein Flachbau als Herzstück so manch dörflichen Miteinanders.

Seit 8 Monaten werkeln hier auch neue, junge Akteure und nehmen nach und nach einen Gebäude in Besitz, welches schon längerer Zeit einer Auffrischung bedurfte. Genutzt wurden die zwei Räume nebst Sanitärtrakt und cooler überdachter Terrasse schon noch sporadisch von den aus dem Jugendalter schon ein mächtiges Stück herausgewachsenen JC-Pionieren. Aber so richtig Jugendclub konnte man dadurch den Treff nicht mehr nennen. Jetzt wo es wieder einen Reihe junger Menschen in den Dörfern gibt, die sich Plätze und Räume erobern, findet auch beim Jugendverein Steinitz ein Umdenken statt. So stehen hinter dem Plan, die Räume der „echten“ Steinitzer Jugend freizugeben, nicht  nur 13- bis 18-Jährige, sondern auch die erwachsenen Mitglieder, die zum Teil ja schon die Eltern der nachrückenden Generation sind.

Hoffen wir, dass sich dieses Modell in vielen  Dörfern der Region herumspricht, die unter dem Label Jugendclub noch ein „zweites Wohnzimmer“ von 30- bis 40-Jährigen laufen lassen.

Es war mir ein innerstes Bedürfnis, mit den Jugendlichen die letzten Monate Revue passieren zu lassen. Daher traf ich mich letzten Sonntag mit ihnen in kleiner Runde (mal ohne erwachsene Unterstützer, auch wenn ich weiß, dass die ganz viel unter die Arme gegriffen haben).

Und es war ein ehrlicher Blick zurück, den Alex, Alena, Michaela und Thomas für mich offenbarten:

…von zu wenig praktisch Aktiven, welche sich aus der 13er-Runde an den Arbeitseinsätzen beteiligten

…von Müll, der einfach so auf der Terrasse zurückgelassen wird und bei dem keiner weiß, woher er kommt

…von einem Jungen, der sich so daneben benommen hat, dass man ihm nahelegen musste, nicht in den JC einzutreten.

Es war aber auch gut, einmal auf die positiven Dinge zu schauen:

…da das alte Mobiliar ruinös war, galt es auszusondern, im wahrsten Sinne, „Kleinholz“ aus Manchem zu machen und von Wänden alten Putz zu entfernen. „Zerstören kann sogar Spaß machen“, war der einhellige Kommentar ;-). „Und genug Brennholz haben wir jetzt auch“ (schmunzel)

…entstanden ist ein heller, superheller, lichtdurchfluteter Raum mit neuer Küche, schick gestalteten Wänden und professionell gelegter Elektrik (upps, da war wieder eine negativer Vibration in der Runde, den  der dafür notwendige Fachmann ließ sich doch mächtig viel Zeit zum Verlegen).

…und das erste Bild, was in den Köpfen entstand, als man die fertigen Räumlichkeiten betrat, werden viele nicht vergessen. Was ist aus dem alten, in die Jahre gekommenen Club bloß geworden – Wahnsinn!

Die viele Arbeit besonders nach in und nach den Sommerferien hat sich echt gelohnt!

Und wie geht’s weiter?

„Na so richtig sind wir ja noch nicht drin. Da lag immer noch viel Bauliches an.“, meint Thomas. Am 3. Advent ist die offizielle Eröffnung geplant – dann mit Bürgermeister und erwachsenen Helfern. So ne Art „Wichtel-Dankeschön“.

Das W-LAN muss noch installiert werden (superwichtig ;-)) und ein eigenes Club-Logo soll an die Wand.

Auch die Sitzgarnitur möchten die Jungen und Mädchen noch austauschen und sich dann zusammen setzen, um zu planen, wie der Club gut organisiert funktionieren soll. Thomas und die ebenfalls sehr engagierte Antje werden wohl weiter Dreh- und Angelpunkt bleiben … wenn man so will, die Leitung im sonst demokratischen Haufen.

Was dann kommt ist noch nicht ganz klar. Außer eines. Das Hexenbrennen zum 1. Mai hatten die Jugendlichen schon 2019 mit Erfolg organisiert und auch nächstes Jahr wird das ein JC-Highlight sein.

Hoffen wir, dass die dufte Truppe auch in Zukunft an einem gemeinsam Strang zieht. Raum genug gibt es ja jetzt :-)!

„Und wo wohnst du eigentlich?“, war die letzte an mich gerichtete Frage. Meine Antwort: „Nicht gerade zentral im Landkreis Bautzen und man muss schon ein paar „Kurven“ fahren, um letztendlich in dem schönen Fleckchen Erde heraus zu kommen. Da ganz im Süden kurz vor der Sächsischen Schweiz.“

Euer Torsten